Harz – Wertvolles Heilmittel

Wunderschöne Schwarzföhren, eine beeindruckende Zirbenhütte und der sympathische Robert – der Beginn unserer wild.wuchs.Natur-Exkursion ins Piestingtal war vielversprechend.

Über Pechsalben stolpert man, wenn man anfängt sich mit dem Salbenrühren zu beschäftigen, relativ schnell. Wir wollten allerdings ganz genau wissen wie man das Pech (Harz) gewinnt und haben uns das vom letzten österreichischen, hauptberuflichen Pecher genau zeigen lassen.

Wie kommt man denn überhaupt an das wertvolle Gold der Bäume ran?

Im Frühling, wenn der Baum im Saft steht, wird mit der Dechsel (traditionelles Werkzeug) die Rinde entfernt und eine v-förmige Kerbe geschlagen. Mit Hilfe der Leitscharten läuft dann das Harz in das „Pechhäferl“. Damit das Harz am Laufen gehalten wird muss der Pecher wöchentlich zu seinen Bäumen und die Rinde mit Hilfe eines Hobels, dem Rindler, jeweils um wenige Zentimeter erweitern.
Jedes Jahr wird das Pechhäferl weiter nach oben versetzt.
Nach wenigen Minuten sieht man bereits, wie über die Harzkanäle, der Baum zu harzen beginnt.

Erfahre bei einer unserer Kräuterwanderung Wissenswertes über unsere Heil- und Wildkräuter, deren Bestimmungsmerkmale sowie Verwendung genau kennen und nutzen! Oder schenke ein Naturerlebnis mit unseren Gutscheinen.
Schwarzföhre frisch entrindet

Wundermittel Pech?

Oh ja, und was für eines. Pechsalben werden schon seit jeher für schlecht heilende Wunden verwendet und als „Zugsalbe“ ist sie vielen von uns bestimmt noch aus der Kindheit in Erinnerung.

Sowohl bei Entzündungen, Husten, offenen Wunden, auf Schleimhäuten z.B. Fieberblasen oder Hämorrhoiden, bei Zahn- oder Ohrenschmerzen, Frauenleiden bis zu Muskelverspannungen und harter Haut. Das Anwendungsgebiet von Harz ist vielfältig. Es wirkt:

  • antiviral
  • antibakteriell
  • desinfizierend
  • entzündungshemmend
  • wärmend
  • schleimlösend

Diejenigen die jetzt sofort mit einer selbstgemachten Salbe loslegen wolle, hier hab ich euch mein Rezept für eine Pechsalbei mit Ringelblumenöl verlinkt.

Am Ende der Saison wird das Harz, welches nicht in das Pechhäferl gelaufen ist abgeschabt, getrocknet und kann dann geräuchert werden. Das karamellfarbene Harz steht für Energie und Selbstvertrauen und wirkt reinigend, desinfizierend, lösend und öffnend.

Gibt es noch mehr Verwendungsmöglichkeiten außer einer Salbe?

Mit einer wunderschönen Destille destilliert Robert das Harz und erhält so als flüssigen Bestandteil Terpentin und als festen das Kolophonium oder auch Saupech. Terpentin und seine schmerzlindernde Wirkung können wir uns in Salben oder Massageölen zu Nutze machen.

Das Kolophonium wird zum einen von Streicher*innen als Pflege für die Saiten ihres Instruments und zum anderen auch gemischt mit Bienenwachs für Bienenwachstücher, als Ersatz für Plastikfolie oder Alufolie, zum Abdecken und Einwickeln von Lebensmitteln verwendet.

Was passiert mit den Bäumen durch das Pechen?

Der Baum produziert das Harz zum Schutz, wenn er sich verletzt oder verletzt wird. Genau aus diesem Grund bedarf es viel Erfahrung und Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse des Baumes. Wenn man Robert über seine Bäume sprechen hört ist es spürbar wie viel Respekt er vor ihnen und dem klebrigen Schatz hat.

An dieser, über 100 Jahre alten Schwarzföhre, kann man gut erkennen das sie viele Jahre über gepecht wurde – jede Kerbe des Pechhäferl steht für ein Jahr. Seit 40 Jahren allerdings nicht mehr und sie wächst und gedeiht prächtig.

Achtsamkeit

Wenn ihr Harz sammeln möchtet, macht einen Waldspaziergang, genießt die frische Luft und schaut euch genau um.
Das getrocknete Harz das am Baum heruntergelaufen ist und sich leicht löst könnt ihr mitnehmen und verwenden.
Ansonsten könnt ihr natürlich auch direkt in unseren Web-Shop euer Pech bestellen.

Wichtig: Bitte beschädigt keine Bäume! Rücksichtnahme und Schutz der Natur sollte für uns Alle an oberster Stelle stehen.

Mehr über Heil- und Wildkräuter und deren Verarbeitung und Anwendung kannst du in unserer 3-teiligen Kräuterausbildung „Werde zur Kräuterfrau“ oder in unserem Online-Kurs "Mein Kräuterjahr" kennenlernen.

Wusstest du, dass

  • ein Pecher, früher, 2000 – 3000 Bäume pechen musste, um sich und seine Familie zu ernähren.
  • man jährlich 3-4 Häferl (ca. 3-4 l) Harz pro Schwarzföhre ernten kann.
  • das Handwerk der Pecherei von der österreichischen Unesco Kommision 2011 als Immaterielles Kulturerbe aufgenommen wurde.

Wenn dich auch das Baumfieber gepackt hat, hier findest du noch jede Menge Facts über die heimsiche Baummedizin.

Baumharz von Schwarzföhren

Exkursion goes on…

Nach einer Wildwuchs-Kräuterdudler Verkostung und einem Mittagessen im Wirtshaus bei der Wander- und Wasserwelt Myrafälle starteten wir unsere kleine Wanderung auf den Hausstein. Ein idyllischer Weg über kleine Wasserfälle, das Wasserrauschen, die Sonne, Zyklamen, Hirschzungenfarne, Wald-Engelwurz, Johanniskraut, Blutweiderich, Goldrute, …. wir haben für den Weg nach oben ziemlich lange 😉 gebraucht.

Irgendeine aus unserer Truppe hat immer etwas Neues entdeckt, das wir uns noch ganz dringend anschauen mussten.

Lust auf Naturwissen? Lerne bei einer unserer Exkursion das alte Handwerk der Pecherei kennen: "Pecherei hautnah erleben"

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Deine Kräuter- und DIY-Kosmetik-Expertin – Elisabeth

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DIESER BEITRAG WURDE ERSTELLT VON 

Elisabeth Teufner

Elisabeth Teufner

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