Baummedizin Teil 3

Baummedizin

In Teil 3 unserer Baummedizin-Reihe erweitern wir noch einmal unseren Wissensschatz rund um die Nahrungs- und Heilmittel, die uns unsere Bäume bereitstellen.

Um die Heilkraft des Waldes zu nutzen, musst du kein Pflanzenexperte sein und musst auch nicht in den Wald gehen. Denn viele heilkräftige Bäume findest du in deiner Umgebung wie z.B. in Parks, rund um den Fußballplatz oder auch auf öffentlichen Plätzen. Du findest sie in Wiesen, Gärten oder nahe an Gewässern. Mehr über die Heilwirkung unserer Bäume erfährst du nun im 3. Teil unseres Baummedizin-Blogs.

Bäume lehren uns nicht nur, mit unserem Herzen zu sehen, sondern auch, auf unser Herz zu hören.

Keltischer Lebensbaumkreis
Bei den Kelten nehmen die Bäume eine besonders wichtige Position ein. Sie schrieben jeder Baumart besondere Eigenschaften und Charakterzüge zu. Diese Besonderheiten spiegeln sich im keltischen Baumhoroskop wider und jedes Geburtsdatum steht für einen Lebensbaum – Wer bist du?

Roter Sonnenhut (Echinacea) Bringt das Immunsystem auf Trab und beugt Erkältungen vor

Apfelbaum – Malus sylvestris

An apple a day keeps the doctor away!
Zurecht gilt der Apfel als nährender Apothekerschrank. Ein Apfel enthält zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, welche unsere Haut mit wichtigen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen versorgt. Alles an ihm ist essbar und er kann auch für die Hautpflege wunderbar verwendet werden, weil seine Wirkstoffe die Hautregeneration anregen. Ein Apfel ist Lebensmittel, Hautpflege und Medizin in einem und kann ruhig öfters roh oder gedünstet in Kompott oder Müsli genascht werden.

 

Rote Äpfel im Apfelbaum
Apfelbaum

Wirkung:
verdauungsanregend, ausgleichend, cholesterinsenkend, hautpflegend, feuchtigkeitsbindend, antioxidativ, tonisierend


Anwendung:
Als Tee, Öl, Tinktur, Wickel, Gesichtswasser, Likör, Schnaps, Wein, Küche


Verwendete Pflanzenteile
Knospen, Blüten, Blätter, Rinde, Früchte, Samen, Harz


Sammeltipp:
Blütezeit im Mai
Erntezeit (Früchte) von Spätsommer bis Herbst

REZEPT – Vitalisierendes und erfrischendes Blütendeodorant
1 Handvoll Apfelblüten sammeln, klein schneiden und mit 100ml abgekochtem Wasser, einer Prise Backnatron (aus dem Supermarkt) und – wenn gewünscht – eventuell einem Tropfen 100% rein ätherisches Lavendelöl in ein Schraubglas geben. Mindestens 30 Minuten lang ziehen lassen oder über Nacht in den Kühlschrank stellen. Vor Gebrauch gut schütteln!

Eberesche/Vogelbeere – Sorbus aucuparia

Die Früchte der Eberesche enthalten viele Bitterstoffe (Parasorbinsäure) und sollten nicht roh verzehrt werden, weil diesen den Magen reizt.  Wenn du schon einmal eine Frucht der Eberesche gekostet hast, dann weißt du, was ich meine ?. Sie schmecken viel zu sauer und laden nicht zu mehr ein. Nach dem ersten Frost allerdings kann man die Früchte frisch pressen und mit Honig trinken – aber trotzdem bitte Vorsicht, auch hier nicht übertreiben. Zu viel davon kann zu Erbrechen führen! Aber ich denke, das lässt man so wieso sein, denn der Saft ist nicht gerade süffig ? – trotzdem aber sehr gesund, denn er wirkt blutreinigend und auch harntreibend.

Der Tee aus Vogelbeerblättern kann bei Husten und Bronchialkrankheiten hilfreich sein. Der Tee aus den Früchten hingegen bzw. auch die getrockneten Früchte werden von Rednern und Sängern geschätzt, da er die Stimmbänder geschmeidig und weich macht.

Ebereschenbeeren an einem Ebereschenzweig
Die Beeren der Eberesche

Wirkung:
immunstärkend, harntreibend, blutreinigend, harntreibend, hustenstillend

Anwendungsform:
Tee (Blüten), Früchte (Tee, Küche, Schnaps, Likör, Wein, Sirup, Marmelade, Kompott, kandiert, Mus, Fruchtleder)

Verwendete Pflanzenteile:
Blüten, Früchte, Blätter

.

Sammeltipp:
Blütezeit Mai bis Juli
Sammelzeit von August bis September

REZEPT – Ebereschen-Sirup
300 g Früchte werden für etwa eine Stunde in Zuckerwasser (200 g Zucker und 300 ml Wasser) gekocht. Abschalten und ca. eine Stunde ziehen lassen. Danach den Ansatz durch ein Feinsieb filtrieren, dabei die Früchte gut auspressen. Den Sirup nochmals aufkochen und heiß in Flaschen füllen. Verwendung: als Gewürz für Suppen, Sauce und Cocktails.

Erfahre bei einer Kräuterwanderung Wissenswertes über unsere heimischen Heil- und Medizinbäume, oder schenke ein Naturerlebnis mit unseren Gutscheinen.

Hainbuche – Carpinus betulus

Das Wissen über die Heilkraft der Hainbuche, die übrigens zu den Birkengewächsen zählt, ist fast in Vergessenheit geraten. Das Pflanzenwasser der Hainbuche kann zur Behandlung bei entzündeten und geschwollenen Augen, als Schönheitswasser in Pflegeprodukte und auch als Körperspray bei Stressbeschwerden eingesetzt werden. Bei Mattigkeit, Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Erschöpfung wirkt es jedoch anregend. Nach Miriam Wiegele hilft die Hainbuche bei Blasen- und Nierenerkrankungen und fördert die Wundheilung. Sie beruhigt auch Hustenreiz und Entzündungen im Nasen- und Halsbereich.

Hainbuchenzweig mit Kätzchen
Blätter und Kätzchen der Hainbuche

Wirkung:
entzündungshemmend, pilzhemmend, abschwellend, hustenstillend, anregend, belebend, gleichzeitig ausgleichend und beruhigend


Anwendung:
Hydrolat, Bach-Blüten-Therapie, Augenkompresse


Verwendete Pflanzenteile:
frische, grüne Blätter


REZEPT – Erfrischendes und belebendes Körperspray
25 ml Hainbuchenwasser mit 25 ml Tannenwasser in eine Sprühflasche füllen. Nach Bedarf noch mit 5 Tropfen ätherischem Zitronen- oder Orangen-Öl mischen. Vor dem Gebrauch gut schütteln und als Körperspray oder Kissenspray verwenden. Wichtig: Nicht ins Gesicht oder in die Augen sprühen. Ideal gegen das Montagstief und um neue Kräfte zu schöpfen.

Wer mit offenem Herzen und kindlichem Staunen einen Wald betritt, wird niemals den gleichen Wald zweimal erleben.

(unbekannt)

Ulme – Ulmus campestris

In der Volksheilkunde wird die Ulmenrinde in Form von Tee oder Tinktur bzw. auch zum Spülen und Gurgeln bei Mund- oder Halsentzündungen verwendet. Der Tee hilft gegen Magenschleimhautentzündungen und Durchfall – dafür kann man ein bis zwei Tassen pro Tag trinken. Bei irritierter Haut (Ekzeme, Neurodermitis und Psoriasis) oder schlecht heilende Wunden kann man den Tee oder auch eine Tinktur verdünnt als Kompresse, Umschlag oder in Bädern anwenden. 

Alleinstehende Ulme auf einer Wiese umringt von Steinen und Blumen
Ulme

Wirkung:
adstringierend, entzündungshemmend, harntreibend


Anwendung:
Als Tee, Tinktur, Umschlägen, Bäder, Kompressen


Verwendete Pflanzenteile
Rinde


REZEPT – Entzündungshemmendes Mundwasser mit Ulmenrinde
WICHTIG! Die Ulme ist stark gefährdet – daher sollte man die Rinde nicht in der Natur sammeln, sondern aus der Apotheke beziehen!
Für das Mundwasser (200ml) werden 170ml Ulmentee, 1 Esslöffel Backnatron (aus dem Supermarkt), 20ml Ulmentinktur sowie eventuell 5 Tropfen ätherisches Salbeiöl benötigt.
Für den Ulmentee die Rinde mit kaltem Wasser ansetzen und zum Kochen bringen. Danach filtrieren und abkühlen lassen. Den Tee in eine Sprühflasche füllen, ggf. das ätherische Salbeiöl zugeben und darin lösen. Dann die Ulmentinktur und das Natron zugeben und gut durchschütteln. Das Mundwasser ist ca. 1 Monat haltbar.

Anwendung
Nach dem Zähneputzen bzw. nach Bedarf 1 Esslöffel des Mundwassers mit etwas Wasser verdünnen und gurgeln/spülen. Vor jedem Gebrauch immer gut durchschütteln.

TIPP:  Anstelle von Ulmentee kann auch Schafgarben- oder Salbeihydrolat verwendet werden.

Heimische Heil- und Wildkräuter sowie deren Verarbeitung und Anwendung lernst du bei einem Kräuterseminar z.B: bei diesem: Werde zur Kräuterfrau

Zypresse – Cupressus sempervirens

Das ätherische Öl der Zypresse wird wegen der stark adstringierenden Wirkung bei Ödemen, Krampfadern, Zellulitis und schwachem Bindegewebe verwendet. Außerdem reguliert es in Deodorants übermäßiges Schwitzen und fördert in Haarspülungen oder Shampoos das Haarwachstum.

Zypressenöl und  -tinktur eignen sich auch hervorragend in Insekten abwehrenden Deodorants oder Sprays.  In Form von Körper- oder Raumspray wirkt das ätherische Öl auf die Psyche: bei innerer Unruhe, Gereiztheit, wenig Selbstvertrauen, Trauer und Hoffnungslosigkeit. In der Schwangerschaft und im Wochenbett hilft es auch gegen Krampfadern und Hämorrhoiden. Auch bei Keuchhusten kann die Zypresse hilfreich sein. Dafür einfach mehrmals täglich 1-2 Tropfen auf ein Taschentuch oder Kopfkissen sprühen oder tropfen.

 

Eine von Zypressen gesäumte Straße
Zypressen

Wirkung:
adstringierend, bindegewebestärkend, schweißhemmend, haarwuchsfördernd, insektenabwehrend, beruhigend


Anwendung:
als Tinktur, ätherisches Öl, Hydrolat


Verwendete Pflanzenteile
Nadeln


REZEPT – Stress lass nach – Raumspray
Fülle in eine 50 ml Sprühflasche 40 ml Lavendelhydrolat, danach 4 Tropfen Grapefruit-Öl, 2 Tropfen Myrten-Öl, 2 Tropfen Zypressen-Öl und evtl. noch 2 Tropfen Lavendel-Öl. Fertig! Vor Gebrauch gut schütteln.

Olivenbaum – Olea europaea

Der Olivenbaum findet in der Naturheilkunde bei Fettstoffwechselstörungen, Altersdiabetes und Durchblutungsstörungen Anwendung. Aus seinen Blättern und Früchten können Tee und Tinkturen zur Entgiftung und Entschlackung des ganzen Körpers hergestellt werden. Für kulinarische wie auch äußerliche Anwendungen ist das Olivenöl das beliebteste Speise- und Pflege-Öl für Warm- und Kaltauszüge und kann zur Hautpflege von Kopf bis Fuß verwendet werden.

Morgens 1 EL Bio Olivenöl in den Mund nehmen und 5-20 Minuten darin bewegen. Danach ausspucken und den Mund wie gewohnt mit Wasser spülen und Zähneputzen. Diese auch “Ölziehen” genannte Methode kommt aus dem  Ayurveda und dient der Entgiftung, die besonders in der Mundhygiene große Wirkung zeigt. Bei regelmäßiger Anwendung hilft das Ölziehen gegen Zahnfleischbluten, verringert Karies, Zahnbelag und auch Mundgeruch. 

Fünf grüne Oliven an einem belaubten Olivenzweig
Olivenbaum

Wirkung:
durchblutungsfördernd, blutdrucksenkend, stoffwechselregulierend, blutverdünnend


Anwendung:
als Tee, Öl, Tinktur, Wickel, Massageöl, Bräunungsöl, Pflegeöl


Verwendete Pflanzenteile
Blätter, Knospen und Früchte


REZEPT – Ringelblumen-Ölauszug mit Olivenöl
Olivenöl ist eine ideale Basis für Kräuter-Ölauszüge, z.B. für den Ringelblumen-Ölauszug. Das Rezept findest du hier.

Ein Waldspaziergang

Wusstest du, dass ein Waldspaziergang ausreicht, um merkbar Stress abzubauen, die Konzentration zu fördern und die Stimmung aufzuhellen? Oder, dass bereits ein Tag im Wald die Bildung der natürlichen Killerzellen im Blut um bis zu 40 % steigern kann und der Effekt laut Studien bis zu zwei Wochen anhält?
Unglaublich, gell 🙂 Ein Waldspaziergang kann mehr, als sich nur zu erholen und die eigene Gesundheit zu stärken. Jahrzehntelange Studien aus aller Welt belegen diese Heilkraft.

Wer bereits regelmäßig gerne in den Wald geht, weiß selbst, wie gut ein Waldbesuch Körper, Geist und Seele tut.

Empfehlung: Wer die Möglichkeit hat, sollte täglich für mindestens 30 Minuten einen Spaziergang machen, am besten im Wald. Achte dabei auf die Lautstärke von dir und deinen Kindern, damit du die Waldtiere nicht erschreckst oder aufscheuchst. Es ist deren Lebensraum & dein Erholungsraum. Solange wir der Natur mit Respekt begegnen und uns selbst dabei etwas Gutes tun, ist es der richtige Weg.

Viele gute Gründe in den Wald zu gehen:

  1. fördert den Stressabbau
  2. stärkt das Immunsystem
  3. wirkt vitalisierend auf uns und unterstützt bei der Genesung
  4. mindert Schlafstörungen
  5. verbessert die Konzentration
  6. lindert Atemprobleme und Lungenkrankheiten
  7. senkt Bluthochdruck und Zuckerwerte
  8. zerstört potenzielle Krebszellen
  9. und bildet vermehrt DHEA (Herzschutz-Hormon)
Schenke ein Naturerlebnis und tauche ein in die Welt der Wildkräuter bei einer Kräuterwanderung der wild.wuchs.Natur-Akademie.

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit der Vitalen Gemeinde Zwentendorf entstanden.

Heimische Heil- und Wildkräuter sowie deren Verarbeitung und Anwendung lernst du bei einem Kräuterseminar z.B. bei diesem: Werde zur Kräuterfrau

“Du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Die Bäume und die Steine werden dich Dinge lehren, die dir kein Mensch sagen wird.”

Bernhard von Clairvaux

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Geh raus in die Natur!
Deine Kräuter- und DIY-Kosmetik-Expertin – Elisabeth

Hinweis

Die von mir veröffentlichten Informationen rund um Naturapotheke, Wildkräuterküche, DIY-Kosmetik und Wildkräuterkunde werden sorgfältig recherchiert, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich möchte darauf hinweisen, dass die beschriebenen Rezepte und Anwendungen der Volksheilkunde nicht den Besuch beim Arzt ersetzen, die Umsetzung auf eigene Gefahr erfolgt und kein Heilversprechen gegeben wird!

Weiterführende Links

Literatur Quellen:

  • Waldbaden von Ulli Felber
  • Wildnisapotheke von Eunike Grahofer
  • Die Waldapotheke von Dr. Markus Strauß
  • Meine Pflanzenmanufaktur von Ursula Stumpf
  • Knospen und die lebendigen Kräfte der Bäume von Gabriela Nedoma
  • Die Kräuter in meinem Garten von Siegrid Hiersch & Felix Grünberger
  • Köstliches von Waldbäumen: bestimmen, sammeln und zubereiten von Dr. Markus Strauß

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DIESER BEITRAG WURDE ERSTELLT VON 

Elisabeth Teufner

Elisabeth Teufner

Hallo, ich bin's Elisabeth und ich bin leidenschaftlicher DIY-Fan & Pflanzensammlerin. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht. Schritt für Schritt zeig ich dir wie leicht du deine natürliche Hautpflege, deine Naturapotheke, oder Kräuter in der Küche verarbeiten kannst. Mit einfachen & natürlichen Zutaten aus Küche, Garten & Natur. Tauche ein in die Welt der Wildkräuter!
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