Hagebutte

Hagebutten-heimisches-Superfood

Hagebutten- auch „Hetscherl“ genannt, sind kleine rote Früchte der Wildrose, welche ab September bis in den Winter die Hecken schmücken. Mit ihrer leuchtend roten Farbe ziehen Sie unsere Blicke förmlich an. Das sie essbar sind und ihr gesundheitlicher Wert anderen Früchten bei Weitem überlegen ist, ist vielen nicht mehr bekannt. Sie finden sich auf sonnigen bis halbschattigen Lagen an Weg- und Waldrändern und sollten gesammelt werden, wenn sie rot, aber noch fest sind. Alle Rosensorten, sofern nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, eignen sich für die Weiterverarbeitung.

Heimisches Superfood

Mit einem Vitamin C Gehalt bis zu 1500 mg / 100 g ist die Hagebutte eine der vitaminreichsten heimischen Wildobstarten. Es müssen nicht immer Früchte von weit her importiert werden! Das Gute liegt so nah! Meistens wächst genau das um uns herum, was wir brauchen. Eine Ernte ist etwas aufwendig, jedoch lohnt sich die Mühe, denn aus der Hagebutte lassen sich zahlreiche kulinarische und zugleich gesunde Köstlichkeiten zubereiten.

Bereits in der Volksheilkunde wurden Hagebutten vielseitig verwendet. Sei es als mildes Abführmittel, zum Stärken der körpereigenen Abwehrkräfte oder als Unterstützung bei Erkältungskrankheiten.

Hagebutte in der Küche

Generell gilt: in der Küche können alle wildwachsenen Hagebutten (nicht gespritzt und gedüngt) gesammelt werden und zur Verarbeitung zu Marmelade, Mus, Säfte, Sirup, oder Tee verwendet werden. Die am Häufigsten genannte Rosenart ist die Hunds-Rose (Rosa canina), sie trägt sehr ergiebige Hagebutten. Es gibt noch viele weitere Wildrosenarten, beispielsweise die Kartoffelrose (Rosa rugosa), Bibernell-Rose (Rosa spinosissima), Wein-Rose (Rosa rubiginosa), Damazenerrose (Rosa × damascena) oder Essig-Rose (Rosa gallica).

Wann werden Hagebutten gesammelt
Das kommt immer darauf an, was du damit machen willst.
Zum Trocknen, oder als Vorrat für deinen selbst gemachten Hagebutten-Tee, oder zur Weiterverarbeitung zu Essig, Mus, Marmelade oder Oxymel sind die noch festen roten Früchte besser geeignet. Die Früchte enthalten dann auch noch mehr Vitamin C, als die weichen. Sobald die Früchte im September rot gefärbt sind kannst du losstarten. Die gesammelten Früchte werden gewaschen und dann werden mit einem Messer beide Enden abgeschnitten und halbiert bzw. geviertel.  Sind die Hagebutten bereits weich, kann man das schwer machen, es ensteht ein Matsch und alles bleibt an deinen Fingern kleben. Das ist der Grund warum noch feste Früchte verwendet werden.

Denn mit der Zeit werden die Früchte durch den Frost weich und du kannst mit deinen Finger vorsichtig, das an Tomatenmark erinnert, herausdrücken. Es schmeckt herrlich und kann einfach frisch genascht werden als Vitaminkick für zwischendurch. Den Rest der Frucht, sprich die Schale, die harten Nüsschen und Härchen lässt man übrig. Sie sind nicht griftig, aber können die Schleimhäute reizen.

Hagebutten-Vorat für den Winter anlegen

Die gesammelten festen Früchte eigenen sich ideal zum Trocknen. Beide Enden abschneiden und vierteln. Ich leg die Früchte auf ein Backblech und lasse sie ein paar Tagetrocknen. Dabei wende ich die Früchte immer wieder und kontrolliere auf Schimmel. Die Früchte sind getrocknet sehr hart. Du kannst die Früchte auch mehrere Stunden im Backrohr bei niedrigster Temperatur (30 – 50°C) trocknen lassen. Aber ich finde, dass ist gar nicht notwendig. Danach gebe ich die Früchte in ein Schraubglas. Wann immer ich dann auf einen Tee Lust habe verwende ich die getrockneten Früchte.

Teezubereitung: 1 EL getrocknete oder 2 EL frische, zerkleinerte Hagebuttenfrüchte mit 250 ml kalten Wasser in einen Topf geben und 1-2 Stunden ziehen lassen. Danach wird der Ansatz aufgekocht und für ca. 10 Minuten leicht köcheln. Danach durch ein Feinsieb, oder Teefilter filtrieren. Die Farbe ist nicht dukelrot, wie bei gekauften Hagebuttentee, die meistens mit Hiniskusblüten gemischt sind, sondern hellrosa.

Hagebutte_richtig_sammeln
Hagebutte ichtig sammeln

Blüten der Wildrose: In der Delikatessenküche können die zarten Blüten mit ihrem fein-süßlichen Rosenduft als essbare Dekoration verwendet werden. Sie verzaubern Desserts, Süßspeisen, Kuchen und Kekse. Häufig wird dafür selbst gemachter Wildrosen-Blütensirup, kandierte Blüten, oder Blütenzucker verwendet.

Früchte der Wildrose = “Hagebutte”: Hagebutten machen sich gut in Säften, Kompott, Mus, Sirup, Likör, Essig, Marmelade, Tee, Zucker, Salz, Ölauszug, Oxymel, zum Trocknen, Chutney, oder als Gelee.

HERSTELLUNG VON MUS

Hagebutten–Mus kann für viele verschiedenen Zubereitungen, pikant  oder süß, weiterverarbeitet werden z.B. Suppe, Pizzasauce und Ketchup. Hagebuttensauce harmoniert auch besonders gut zu Wildgerichten und Putensteak.

Variante 1: behaarte Nüsschen entfernen

Stiel- und Fruchtansatz der Hagebutte entfernen, der Länge nach einschneiden und mit einem Löffelstiel die Nüsschen entfernen. Die Hagebutten kurz abwaschen, damit alle Härchen entfernt sind. Anschließend die Hagebutten in einem Topf mit Wasser knapp bedecken und weich kochen (ca. 15-30 Minuten). Mit einem Pürierstab fein mixen und je nach Verwendung weiter zu einer Marmelade, Ketchup, oder Sauce weiter verarbeiten.

Tipp: Die Kerne enthalten Vanillin, damit kann selbstgemachter Vanillezucker hergestellt werden! Die noch weißen Kerne trocknen und die feinen Härchen durch leichtes wegblasenentfernen (Härchen können zu Juckreiz führen).Kerne pulverisieren, mit Zucker vermischen und 2-4 Wochen stehen lassen.

Variante 2: „Flotte Lotte“

Stiel- und Fruchtansatz der Hagebutte entfernen und die Früchte im Ganzen in einen Topf mit Wasser bedecken (Alternativ kann Wein, Most oder Orangensaft verwendet werden). Topf über Nacht stehen lassen und dann auf kleiner Flamme erwärmen. Die Hagebutten ca. 30-45 Minuten sanft köcheln lassen. Die Hagebutten erst durch die „Flotte Lotte“ passieren, wenn sie fast schon zerfallen.

Variante 1 ist aufwendiger in der Vorbereitung, dafür ist die Ausbeute höher. Bei Variante 2 ist die Ausbeute geringer, allerdings auch der Zeitaufwand.

Elisabeth Teufner, Gründerin der wild.wuchs.Natur-Akademie
Hagebutten-Mus
Hagebutten-Mus

Habebutte als Hausmittel

Hagebutte – „Die Zitrone des Nordens“
In der Volksheilkunde und Hausmedizin erfreuen sich die Hagebuttenkerne und Fruchtschalen aufgrund ihrer gesunden Inhaltsstoffe großer Beliebtheit. Die Früchte sind reich an Vitamin C (100 g Hagebutte liefern das 15-fache des Tagesbedarfs an Vitamin C, etwa 1500 mg), Carotinoiden, Flavonoide, Fruchtsäuren, Gerbstoffe, Fruchtsäuren, Mineralstoffe und Pektin.

Sie stärken die körpereigene Abwehr, beschleunigen die Wundheilung und beugen Zahnfleischbluten vor. Durch die enthaltenen Fruchtsäuren wirkt Hagebuttentee harntreibend und eignet sich zur Schmerzlinderung bei rheumatischen Beschwerden. Hätscherl“ sind nicht nur als Vitamin C Lieferant bekannt, sondern sie hat sich auch schon einen Namen bei Gelenksschmerzen gemacht! Außerdem hemmt es Entzündungen sowie den Abbau von Knorpelgewebe und verbessert insgesamt die Beweglichkeit.

Ein Hausmittel gegen Erkältungen & Stärkung der Abwehrkräfte
Der hohe Vitamin C Gehalt stärkt die körpereigenen Abwehrmechanismen, vor allem gegen Infektionen wie Erkältungen, Grippe und Schnupfen.Hagebutten unterstützen den Organismus und bei der Regeneration nach Krankheiten. Tee-Mischungen mit Lindenblüten (1:1) erhält man einen wunderbaren Wintertee. Die enthaltenen Flavonoide schützen vor Krankheitserregern wie Bakterien und Viren.

Oxymel_mit_Hagebutten
Oxymel mit Hagebutten und Kerne

Habebutte für eine schöne Haut

In den roten Früchten und Kernen der Hagebutte finden sich viele Inhaltsstoffe (darunter Vitamin C, Linolensäure, Ölsäure und aktives Vitamin E), die vor allem beanspruchte, irritierte und verletzte Haut pflegen. Darüber hinaus wirkt die Hagebutte kühlend, erfrischend, glättend und antibakteriell. Das Mazerat macht sich diese Eigenschaften zunutze und ist eine gute Basis für Hautpflegeprodukte bei empfindlicher Haut, Verbrennungen, Dehnungsstreifen, Coupersoe, zur Narbenpflege, aber auch bei Falten, Pigmentflecken und geplatzten Äderchen. 

 

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Die von mir veröffentlichten Informationen rund um Naturapotheke, Wildkräuterküche, DIY-Kosmetik und Wildkräuterkunde werden sorgfältig recherchiert, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich möchte darauf hinweisen, dass die beschriebenen Rezepte und Anwendungen der Volksheilkunde nicht den Besuch beim Arzt ersetzen, die Umsetzung auf eigene Gefahr erfolgt und kein Heilversprechen gegeben wird!

 

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Elisabeth Teufner

Elisabeth Teufner

Hallo, ich bin's Elisabeth und ich bin leidenschaftlicher DIY-Fan. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht. Schritt für Schritt zeig ich dir wie leicht du deine natürliche Hautpflege, deine Naturapotheke, oder Kräuter in der Küche verarbeiten kannst. Mit einfachen & natürlichen Zutaten aus Küche, Garten & Natur. Tauche ein in die Welt der Wildkräuter!
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